Azubi-Blog
02.11.2026

Formula Student 2026 - Drei Events, ein neues Auto

Hallo zusammen,

auch dieses Jahr waren wir neben unserem dualen Studium wieder fleißig im Ignition Racing Team Electric der Hochschule Osnabrück unterwegs. Gemeinsam mit vielen anderen Studierenden entwickeln und bauen wir jedes Jahr einen eigenen elektrischen Rennwagen, mit dem wir anschließend bei der Formula Student an den Start gehen.

Für alle, die unsere letzten Beiträge noch nicht gelesen haben: Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktions- und Designwettbewerb für Hochschulen und Universitäten. Dabei geht es aber nicht nur darum, wer das schnellste Auto baut. Neben den dynamischen Disziplinen wie Acceleration, Skidpad, Autocross und Endurance gibt es auch statische Disziplinen. Dort müssen wir zum Beispiel unser Fahrzeugkonzept vorstellen, Kosten und Nachhaltigkeit bewerten und einen fiktiven Businessplan präsentieren.

Neues Jahr, neues Auto!

Nach der Saison ist vor der Saison - und so ging es für uns direkt wieder an die Entwicklung eines neuen Autos. Unser diesjähriger Rennwagen trägt den Namen IR26 Jade und hat sich im Vergleich zum letzten Jahr ordentlich weiterentwickelt. Das komplette Auto wurde von Studierenden in Eigenregie entwickelt und gebaut. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir das Gewicht deutlich reduzieren konnten. Mit unter 200 kg ist der IR26 Jade über 45 kg leichter als unser Auto aus dem letzten Jahr.

Unser Chassis besteht aus einem Carbon-Monocoque, das wir selbst im Team herstellen. Auch unser 600-V-Hochvolt-Akku wurde von uns entwickelt und in Faserverbundbauweise gefertigt. Dazu kommt ein simuliertes Aerodynamikpaket und natürlich jede Menge Leistung. Dank dem erstmals funktionierendem Allrad Antrieb sind wir nun an der maximal erlaubten dauerhaften Leistung von 80kW angekommen. Durch das geringe Gewicht können wir kurzzeitig ein Leistungsgewicht von ungefähr 1 PS pro Kilogramm erreichen.

Erste Station: Meppen

Los ging unsere Saison bei der Formula Future auf dem Circuit Meppen. Hier konnten wir unser neues Auto das erste Mal unter richtigen Eventbedingungen testen.
Nach unzähligen Stunden in der Werkstatt war es natürlich etwas ganz Besonderes, den IR26 Jade endlich auf einer Rennstrecke zu sehen. Gleichzeitig konnten wir das Event nutzen, um letzte Probleme zu finden und Erfahrungen für die kommenden Wettbewerbe zu sammeln.

Danach ging es für uns zur Formula Student Germany am Hockenheimring. Die FSG ist das größte Event der Saison und für uns jedes Jahr ein echtes Highlight.

Dieses Jahr konnten wir mit unserem Auto bei allen Events an den Start gehen. Natürlich lief auch diesmal nicht alles komplett nach Plan. Im Autocross ist beim ersten Versuch ein Teil der Sensorik ausgefallen und beim zweiten Versuch sind wir mit einem Rad weniger ins Ziel gekommen. Beides hat uns stark verlangsamt. Im Endurance ist unser Akku überhitzt, wodurch das Auto kurz vor Schluss durch die Sicherheitstechnik abgeschaltet wurde.

Trotzdem war es für uns ein großer Erfolg, das Auto in allen Disziplinen einsetzen zu können und wertvolle Erfahrungen für die weitere Saison zu sammeln.

Der Überhitze Akku kam nicht irgendwo her. Abseits der Strecke herrschten über die ganze Woche Temperaturen von bis zu 40 °C im Schatten. Quittiert wurde das Wetter dann durch einen Sturm am letzten Tag, der neben umgefallenen Bäumen auch für einen Überschwemmten Campingplatz sorgte. Von Sonnenbrand bis Gummistiefel war also alles dabei.

Frankreich, ein neuer Teamrekord

Nach Hockenheim ging es für uns weiter nach Frankreich zur Formula Student France in Transpolis bei Lyon.

Dort lief es für uns richtig gut und wir konnten in vielen Disziplinen starke Ergebnisse erzielen. Besonders im Acceleration und Skidpad konnten wir einen neuen internen Teamrekord aufstellen. Auch beim Endurance sah es zunächst gut aus. Leider riss während der Fahrt eine Klebung an einem A-Arm, wodurch wir die Langstreckendisziplin nicht wie geplant beenden konnten. Trotzdem konnten wir über das gesamte Event hinweg starke Leistungen zeigen und am Ende den 4. Platz in der Gesamtwertung erreichen! Für uns als Team ein riesiger Erfolg und eine unserer besten Platzierungen überhaupt.

Aber auch in Frankreich wurde es wettertechnisch wieder spannend. Diesmal war nicht die Hitze oder der Regen unser größtes Problem, sondern starker Wind und stürmisches Wetter. Teilweise war es so ungemütlich, dass wir eine Nacht nicht in unseren Zelten verbringen konnten und stattdessen in den Hallen der Rennstrecke übernachten mussten.

Was nehmen wir aus der Saison mit?

Drei Events, zwei Länder und unzählige Stunden in der Werkstatt liegen hinter uns. Von der ersten Idee über Konstruktion und Fertigung bis hin zum Einsatz auf der Rennstrecke haben wir in dieser Saison wieder unglaublich viel gelernt.

Für uns als Duale Studenten ist die Arbeit im Ignition Racing Team eine super Ergänzung zum Studium und zur Arbeit bei W&H. Viele Dinge, die wir im Studium lernen, können wir direkt praktisch anwenden. Gleichzeitig lernt man im Team auch viele Dinge, die man so in keiner Vorlesung beigebracht bekommt.

Man lernt, Probleme unter Zeitdruck zu lösen, im Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Und natürlich lernt man auch, dass selbst nach unzähligen Stunden Planung und Entwicklung immer noch irgendwo eine Schraube locker sein kann. 😄

Natürlich gab es auch in dieser Saison wieder einige technische Probleme und Rückschläge. Aber genau daraus lernen wir und nehmen die Erfahrungen mit in die Entwicklung unseres nächsten Autos. Besonders der 4. Platz in Frankreich und die große Weiterentwicklung unseres IR26 Jade zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

An dieser Stelle natürlich noch ein großes Dankeschön an das gesamte Ignition Racing Team electric! Ohne das Team und die unzähligen Stunden in der Werkstatt und an der Rennstrecke wäre so eine Saison nicht möglich.

Philipp Kleinheider

Dualer Student Maschinenbau

Malte Feistmann

Dualer Student Elektrotechnik

zurück